23.01.2018

Halbherzige Wintersicherung am Alten Leipziger Bahnhof

Allianz für Dresden mahnt Wetterschutz für historischen Lokschuppen von 1847 an

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Weiterhin schutzlos der Witterung ausgesetzt: Der historische Lokschuppen des Alten Leipziger Bahnhofs aus dem Jahr 1847. Foto: MCS

Unweit des Szeneviertels Dresden-Neustadt stehen die Überreste des Alten Leipziger Bahnhofes. Die alten Mauern des Bahnhofskomplexes können von über 150 Jahren Eisenbahngeschichte erzählen und stehen größtenteils unter Denkmalschutz. Der Eigentümer, die Globus Warenhaus Holding, hatte zwar Ende August letzten Jahres ein Notdach über dem alten Empfangsgebäude des historischen Bahnhofs angebracht, aber trotz Ankündigung die denkmalgeschützten Gemäuer von Dresdens vermutlich ältestem Lokschuppen (Baujahr 1847) nicht eingehaust. Gerade jetzt, wo im Winter Frostperioden drohen, bleibt der Lokschuppen weiterhin ungeschützt. Die Allianz für Dresden weist auf die Dringlichkeit des Erhalts des denkmalgeschützten Gebäudes hin und erinnert an die gesetzliche Verpflichtung des Grundstückseigentümers.

Er war der erste Bahnhof der Stadt und Ausgangspunkt von Deutschlands allererster Ferneisenbahn- verbindung. Bereits im Jahr 1839 fuhren hier die ersten Züge ab auf ihrem Weg nach Leipzig. Einst einer der ersten Treffpunkte für Sachsens Eisenbahnpioniere, heute verwaist und dem Verfall preisgegeben. Die Allianz für Dresden, engagiertes Bündnis für eine bunte und kleinteilige Stadtentwicklung in der Leipziger Vorstadt, fordert nun angesichts des Winterwetters die vollständige Notüberdachung der alten Bahnhofsgebäude. „Der Bau des Notdaches über dem Empfangsgebäude des Alten Leipziger Bahnhofes war ein Schritt in die richtige Richtung, doch hört der Schutz der eisenbahngeschichtlich so bedeutsamen Gebäude damit nicht auf. Es ist höchste Zeit, den historische Lokschuppen, auch wenn von ihm nur noch die Außenmauern stehen, ebenfalls einzuhausen, schließlich hatte Globus dies im August versprochen“, bekräftigt Johannes Eikerling von der Planungs- und Sanierungsträgergesellschaft Dresden Pieschen mbH und Mitglied der Allianz für Dresden. „Es ist völlig unverständlich, warum dies im Zuge der Notdacharbeiten im August nicht gleich miterledigt wurde.“

Bereits im Januar 2017 mahnte die Allianz für Dresden Schutzdächer für die historischen Gebäude des Alten Leipziger Bahnhofes an. Als sich daraufhin nichts tat und seitens der Stadt sogar behauptet wurde, Globus sei nicht verpflichtet, Sicherungen vorzunehmen, intervenierte das Bündnis im März 2017 beim Amt für Denkmalschutz der Stadt Dresden mit einer Rechtsexpertise. Ende August schließlich ließ Globus bekanntermaßen doch Schutzdächer errichten. Aber eben nicht für den Lokschuppen. Das historische Gebäude von 1847 besitzt kein Dach mehr und deswegen nagt die Witterung an den alten Gemäuern besonders unbarmherzig. Laut Sächsischem Denkmalschutzgesetz ist Globus als Eigentümer gesetzlich zum Schutz des Kulturdenkmales verpflichtet. Das Gesetz stellt klar, dass Besitzer und Eigentümer von Kulturdenkmalen diese „pfleglich zu behandeln“ und die alten Gebäude und Gemäuer „im Rahmen des Zumutbaren denkmalgerecht zu erhalten und vor Gefährdung zu schützen“ haben.

„Deshalb fordern wir Globus dazu auf, nun endlich auch den Lokschuppen des Alten Leipziger Bahnhofes einzuhausen, und zwar so schnell wie möglich. Schließlich sind besonders im Frühjahr durch das ständige Frieren und Schmelzen der Feuchtigkeit in den Rissen der Gemäuer Frostsprengungen unausweichlich, die zu großen Schäden führen können“ so Eikerling abschließend

 

Bei Presserückfragen:

Johannes Eikerling (PSG Dresden-Pieschen, Allianz für Dresden), Tel. 0171-6409422 Edwin Seifert (Allianz für Dresden, Presse), Tel. 0173-1857930