Überdimensioniert

Das SB-Warenhaus-Projekt ist völlig überdimensioniert und schädigt erheblich die Händler in den gewachsenen Stadtteilzentren der Umgebung. Insgesamt sind 12.000 Quadratmeter Verkaufsfläche geplant. Ein Großteil davon (6.700 Quadratmeter) wird die Fläche für Lebensmittel und Genussmittel einnehmen. Allein das SB-Warenhaus hat mit 8.800 Quadratmetern eine Verkaufsfläche im Umfang von mehr als zehn Aldi-Märkten. Inklusive der zusätzlich geplanten Shopzone und der weiteren Läden am Standort entspricht die Gesamtverkaufsfläche von 12.000 Quadratmetern größenordnungsmäßig der Fläche des gesamten Einzelhandelsbestands in der Inneren Neustadt. Neben der vorgesehenen Verkaufsfläche sind darüber hinaus noch vielfältige Dienstleistungs- und Gastronomieeinrichtungen vorgesehen. Neue Untersuchungen im Auftrag des Handelsverbandes prognostizieren Umsatzverluste im Pieschener Ortsteilzentrum Oschatzer/Leipziger Straße in einer Höhe von gut 16 Prozent und in der Äußeren Neustadt von reichlich 17 Prozent.

Die bauplanungsrechtlich kritische Grenze bei der Umsatzverlagerung wird deutlich überschritten. Nach der Rechtsprechung deutscher Verwaltungsgerichte ist grundsätzlich eine zu erwartende Umsatzverlagerung von mehr als 10 Prozent von umliegenden existierenden Geschäftszentren hin zu einem neuen Einzelhandelsvorhaben als unverträglich einzustufen und daher nicht genehmigungsfähig.

Die Globus-Annahmen in der Bebauungsplan-Begründung sind mehr als fragwürdig und berücksichtigen die Vorbelastung durch andere Projekte wie EDEKA im alten DVB-Hochhaus am Albertplatz überhaupt nicht.