Historisches Erbe

Dresdens Alter Leipziger Bahnhof hat eine bewegte Geschichte. Als erster Fernbahnhof verband er ab 1839 Dresden mit Leipzig. Die rasante Zunahme des Bahnverkehrs machte zahlreiche Erweiterungen des Kopfbahnhofes nötig. Im Jahr 1857 schließlich wurde das noch heute erhaltene Empfangsgebäude eingeweiht. Mit der Eröffnung des Neustädter Bahnhofs und des Dresdner Eisenbahnrings endete 1901 der Personenverkehr am Alten Leipziger Bahnhof. Fortan wurde er nur noch für den Güterverkehr genutzt. Trauriger Teil in der Geschichte ist die Deportation der Dresdner Juden während der Zeit des Nationalsozialismus über die Gleise des Leipziger Bahnhofs. Heute befindet sich eine Gedenktafel zu diesem dunklen Kapitel der Dresdner Geschichte am Eingang des Neustädter Bahnhofs auf dem Schlesischen Platz.

Vor dem Hintergrund der bewegten Geschichte des Alten Leipziger Bahnhofs verdient das historische Gebäudeensemble neben einer umfassenden Sanierung des Gebäudes und einer sinnvollen Nutzung (kulturelle Nutzung statt Einzelhandel oder Kultur statt Kommerz) auch ein angemessenes Umfeld. Bei einem riesigen Parkplatz um das Gebäude kann davon jedoch keine Rede sein. Weitaus angemessener ist, wie im Masterplan Leipziger Vorstadt vorgesehen, eine Parkanlage und ein ansprechend gestalteter autofreier Vorplatz. Die Sanierung der historischen Gebäude kann von den Investoren der im Masterplan vorgesehenen umliegenden Wohnbebauung mit übernommen werden.