Präzedenzfall

Sollte das Globus-SB-Warenhaus realisiert werden können, würde diese Einzelfallentscheidung Schule machen und Nachahmer ermuntern. Immerhin sind auch im weiteren Stadtgebiet denkmalgeschützte und von Verfall bedrohte Gebäude vorhanden. Im direkten Umfeld gibt es bereits weitere Interessenten, die großflächige Handelseinrichtungen, wenn auch bei weitem nicht in der Dimension des geplanten SB-Warenhauses von Globus, bauen wollen. Diesbezügliche Anfragen wurden seitens der Dresdner Stadtverwaltung bislang mit dem Argument, dies widerspräche dem Zentrenkonzept sowie dem Masterplan, stets abgelehnt.

Deshalb drohen nicht gewollte Folgeentwicklungen oder sogar langwierige Rechtsstreitigkeiten. Benachbarte Grundstückseigentümer haben schon Klagen angekündigt.

Dresden steht es insgesamt nicht gut zu Gesicht, bei der Stadtplanung laufend durch abweichende Einzelfallentscheidungen von sinnvollen und durchdachten Planungen abzurücken. Außerdem geht hierbei stets ein Stück Planungssicherheit für Investoren verloren, denn wenn kontinuierlich von bestehenden Plänen abgewichen wird, woran soll sich ein Investor, der sich für ein bestimmtes Gebiet interessiert, dann noch halten? Auch bereits getätigte oder genehmigte Investitionen werden in Frage gestellt. Alles in allem wirken derartige Ausnahmeentscheidungen abschreckend für künftige Investoren.